AssassinThe Club>> Mehr Material zur Band

01. The Club
02. No Fear
03. Raging Mob
04. Bushwhackers
05. Not with us
06. Psycho Terror
07. Go Insane
08. Real Friends
09. The Price of Power
10. Thunder and Lightning
11. Jintian Shenhuo
12. I swear
Die Düsseldorfer Thrash Metal - Band Assassin genießt zu Recht einen unantastbaren Kultstatus – Wir blicken zurück: Das erste Demo „Holy Terror“ spielten Psycho 1 (d.), Robert Gonnella (v.), Dinko Vekie (g.), Jürgen ‚Scholli’ Scholz (g.) und Markus ‚Lulle’ Ludwig (b.) im Jahre 1985 ein und verkauften es ungefähr 500 Mal. Bereits ein Jahr später legte der Fünfer mit dem „The saga of Nemesis“ - Demo nach, welches im Studio des Warlock-Gitarristen Rudi Graf und unter dessen Regie entstand. Ein Vertrag bei der Plattenfirma SPV wurde unterschrieben und noch im gleichen Jahr das Debütalbum „The upcoming terror“ in den Karo Studios in Münster eingeprügelt. Ca. 15.000 Exemplare gingen letztendlich über die Ladentheke, so dass die Band ihr Stelldichein als vollen Erfolg verbuchen konnte. Im Folgenden drehte sich das Besetzungskarussell: Jürgen ‚Scholli’ Scholz und Psycho 1 verließen die Band und wurden durch Michael Hoffmann (g.) und Frank Nellen (d.) ersetzt, die dann auch auf dem zweiten Silberling „Interstellar Experience“ (1988) zu hören waren. Im Jahre 1989 ereignete sich schließlich das unvorstellbarste Fiasko: Kurz nachdem die Truppe ein Demo mit drei neuen Songs aufgenommen hatte, wurde ihr das gesamte Equipment gestohlen, welches zu allem Überfluss auch nicht versichert war – Assassin standen ohne Equipment sowie ohne Geld da und lösten sich auf. Doch in der Fanszene wurde es deshalb nicht ruhig um die Jungs, so dass auf dem Wacken Open Air 2003 die Reunion gefeiert wurde und nur zwei Jahre später in der Besetzung Robert Gonnella (v.), Jürgen ‚Scholli’ Scholz (g.), Michael Hoffman (g.), Ufo Walter (b.) und Frank Nellen (d.) das neue Werk „The club“ nach einer 17jährigen Pause im Kasten war.

Egal wie man es dreht und wendet, man kommt letztendlich doch nicht um die Frage herum, was zum Teufel Assassin ihren Fans auf „The club“ für zweitklassiges Material verkaufen. Binnen der 17Jahre scheint der Fünfer alles eingebüßt zu haben: Zündende Songs, spritzige Gitarrenarbeit und Energie geladenen Thrash Metal sucht man auf diesem Silberling vergebens. Will sagen: Von „The upcoming terror“ ist man so weit entfernt wie der Papst von der Überlegung, Verhütung zu legitimieren. Auch die üblichen Erklärungsversuche a la ‚Assassin sind moderner geworden’ kann ich getrost im Keim ersticken, schließlich zähle ich mich zu den offeneren Musikliebhabern, die sich nicht unbedingt in den Stil einer musikalischen Epoche festbeißen, so dass ich somit recht viel beurteilen kann (das bleibt bei dieser Arbeit auch nicht aus). Gerade mal der Song „Bushwhackers“, der klingt wie groovigere Stücke von Anthrax, und „Thunder and lightning“ fallen positiv ins Gewicht. Dem gegenüber sorgt die mit Totalausfällen angereicherte Waagschale allerdings für ein absolutes Ungleichgewicht und zieht das Ganze unaufhaltsam in einen negativen Bereich. Es wirkt, als hätten Assassin auf diesem Silberling zu viel Wert auf den Bass und das Schlagzeug gelegt, wodurch mit Gitarrenriffs eher spärlich hantiert wurde. Dem Ganzen fehlt neben der Innovation aber vor allem das Tempo. Ich kann meiner Enttäuschung gar nicht den passenden Ausdruck verleihen, außer ich resümiere in aller Deutlichkeit: Dieses Geld hab ich aus dem Fenster geschmissen! Jetzt heißt es: Schnell wieder das Gehörte vergessen und den Gebetsteppich vor den Lautsprechern ausrollen, um den klassischen Meisterwerken dieser Kultband zu huldigen.

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