AbortedThe Archaic Abattoir>> Mehr Material zur Band

01. Dead wreckoning
02. Blood fixing the bled
03. Gestated rabidity
04. Hecatomb
05. The gangrenous epitaph
06. The inertia
07. A cold logistic slaughter
08. Threading on vermillion deception
09. Voracious haemoglobinic syndrome
10. Descend to extirpation
Belgien gilt gemeinhin nicht unbedingt als Metal – Mekka, doch auch aus diesem Land kommt hin und wieder mal ein echtes Highlight zum Vorschein: so z.B. auch das neue Aborted – Album „The archaic abattoir“.

Der Werdegang der Band zeigt, dass sich harte Arbeit irgendwann auszahlen wird, denn Aborted haben sich stets konsequent weiterentwickelt und mit jedem neuen Album selbst übertroffen. Anfänglich noch als stumpfe Grindcore – Band gestartet, haben sich die Musiker vor allem spieltechnisch von Album zu Album enorm gesteigert und dürften mit „The archaic abattoir“, ihrem bisherigen Meisterwerk, nun die Früchte ihrer Arbeit ernten.

Denn auf „The archaic abattoir“ sind Aborted bei einem Stil angekommen, der keineswegs nur als ‚stumpfer Grindcore‘ bezeichnet werden kann. Vielmehr hat man einen durch und durch eigenständigen Sound entwickelt, der natürlich weiterhin durch pure Aggression und zahlreiche brutale Blast – Parts geprägt ist, die hin und wieder auch in die Grindcore – Ecke abdriften. Allerdings nehmen die Gitarrenriffs dabei mittlerweile teilweise höchst technische Züge an und hin und wieder könnten sie sogar dem Thrash Metal entliehen sein. Auch der eine oder andere Teil im Midtempo – Bereich wird gekonnt eingeflochten (man höre z.B. „The gangrenous epitaph“ oder „Descend to extirpation“), was das Album unter dem Strich einfach wesentlich abwechslungsreicher als die Vorgänger macht. In dem Song „The inertia“ kann man sogar so etwas wie Melodielinien wahrnehmen. Ein weiteres Indiz dafür, dass Aborted neuerdings auch mal nach rechts und links schauen, ist die Tatsache, dass sich mit Bo Summer (Illdisposed), Jacob Bredahl (Hatesphere) und Michael Bogballe (Mnemic) drei Gastsänger auf dem Album befinden, die in höchst unterschiedlicher und eigenständiger Art und Weise ihre jeweilige Gesangsperformance in den Aborted – Sound einfügen.

Aborted wandeln auf „The archaic abattoir“ oftmals auf dem schmalen Grad zwischen Genie und Wahnsinn (Deshalb gefallen sie dir auch: Gleich und gleich gesellt sich gern! – Defroster), denn häufig droht das dargebotene Geballer in blankes Chaos umzuschlagen, jedoch kriegt die Band immer noch gerade rechtzeitig die Kurve. Das Gesamtbild wirkt dabei äußerst stimmig und keineswegs kalkuliert oder künstlich zusammengesetzt. Die Gitarren braten wie Hölle, das technisch äußerst versierte Schlagzeugspiel kleistert jedes Soundloch konsequent zu und der ‚Gesang‘ wechselt in cooler Art und Weise zwischen aggressivem Kreischen und metertiefem Rülps-Grunzen.

Aborted sind nicht von ihrem Weg abgewichen (was böse Zungen vielleicht behaupten könnten), sondern haben einen weiteren (für mich den bisher größten) Schritt in Richtung Optimierung des eigenen Sounds gemacht, wobei die Band aber trotz der durchaus vorhandenen genreübergreifenden Elemente keineswegs ihre Wurzeln verleugnet. Auf „The archaic abattoir“ kreist weiterhin in erster Linie gnadenlos die Kochensäge, darüber hinaus hat man aber neue Ideen und Farbnuancen in den eigenen Sound integriert. Herausgekommen ist das ausgereifteste, abwechslungsreichste und intelligenteste Album der Bandgeschichte, auf dem die Musiker ihre technischen Fähigkeiten voll ausspielen. Der neu gewonnene Abwechslungsreichtum zwischen brutalen und mega-brutalen Parts dürfte bei allen Hobby – Metzgern zweifellos für einen enorm hohen Suchtfaktor sorgen!

Produzent Tue Madsen hat dem Album einen absoluten Killersound verpasst, der angemessen fett daherkommt und darüber hinaus dem oben beschriebenen Genie- und Wahnsinn – Prinzip mehr als gerecht wird. Immer wenn man denkt, das ganze könnte einfach nur in einen chaotischen Klumpen Lärm abdriften, schlüsselt sich der Sound im nächsten Moment wieder in seine einzelnen Bestandteile auf und wird differenziert und nachvollziehbar. So muß extreme Musik klingen!

Anspieltipps auf einem sehr geilen Album sind für mich „Blood fixing the bled“, „Hecatomb“ und „Voracious haemoglobinic syndrome“.

„The archaic abattoir“ dürfte meiner Meinung nach beste Chancen haben, im CD-Player eines gewissen Thomas ‚Leatherface‘ Hewitt („Texas Chainsaw Massacre“) einen Stammplatz zu erhalten...

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