AmoralShow your Colors>> Mehr Material zur Band

01. Random Words
02. Release
03. A Shade of Gray
04. Year of the Suckerpunch
05. Perfection Design
06. Sex N' Satan
07. Song for the Stubborn
08. Vivid
09. Gave Up Easy
10. Last October
11. Exit
Amoral sind mir kurz vor der Veröffentlichung ihres letzten Albums 'Reptil Ride' das erste Mal über den weg gelaufen und ich kann nur sagen, dass ich mich von der ersten Sekunde an in die Musik der Jungs verliebt hatte. War man mit dem Vorgänger 'Decrowning' Soundtechnisch noch nicht auf dem Level angekommen, den man mit 'Reptil Ride' bot, konnte man doch mit erstklassigen Riffs und tollen Soundstrukturen glänzen. 'Reptil Ride' selber ging hier dann noch einmal einige Schritte weiter. Man wurde etwas melodischer, lockerte die verzwickten Soundstrukturen ein wenig auf und überzeugte mit einer Produktion, die sich gewaschen hatte. Besser war es kaum noch möglich... auch wenn mir die Vocals leider immer etwas eindimensional waren und etwas mehr Variabilität gut getan hätte. Ich für meinen Teil konnte es aber kaum erwarten mehr von der Band in die Finger zu bekommen.

Doch es kommt meistens anders und vor allem als man denkt. Denn nicht nur der Basser der Band verabschiedete sich, sondern auch Fronter und Sänger Niko Kalliojärvi quittiere seine Arbeit bei den Finnen. Darauf gab die Band bekannt, dass man sich bei der Suche nach einem neuen Sänger eher nach jemandem Ausschau halten wolle, der in eine neue noch melodischere Ausrichtung passen würde. Das an sich heißt ja noch nicht viel, aber mir dämmerte langsam, dass da noch einiges auf uns zukommen würde. Dieser Verdacht erhärtete sich auch immer mehr, als man dann letzten Endes den Gewinner der finnischen Idols Ausgabe Ari Koivunen verpflichtete. Die ersten Veröffentlichungen mit dem neuen Mitglied auf YouTube machten noch Hoffnung, da er wirklich noch ganz gut shouten konnte und ich ging an diesem Punkt davon aus, dass man auf der nächsten Platte einen Mix aus cleanen Vocals und Shouts zusammenbringen würde.

Dann kam mir die neue Platte der Jungs endlich ins Haus geflattert. Meine Vorfreude wurde allerdings beim ersten Hören mächtig getrübt. Das was die Jungs mit diesem Album abgeliefert haben, hat nicht mehr viel mit dem zu tun, was man noch auf 'Reptil Ride' angestellt hatte. Die Growls und Shouts fehlen komplett und man ist vom Gesamtsound sehr rockig geworden. Die technischen Passagen des Vorgängers sind durch eingängige Riffs ersetzt worden und die schnellen und progressiven Soli haben sich auf 'Show your Colors' in unterstützende Melodielinien gewandelt. Ich möchte jetzt hier nicht so weit gehen und sagen, dass man Amoral nicht mehr erkennt, doch ist hier eine andere Band als auf dem Vorgänger am Werke.
Schlecht ist 'Show your Colors' allerdings nicht, auch wenn dies vielleicht bisher den Eindruck machte, man kann halt nur nicht die gleichen Bewertungskriterien anlegen wie bisher. Amoral haben mit ihrem neuen Werk ein gutes und wahrscheinlich kommerziell erfolgreiches PowerMetal Album eingespielt. Eingängige Melodien und Songstrukturen, die den bekannteren finnischen Chartstürmern gut zu Gesicht gestanden hätten, zementieren eine solide Basis für Ari, der mit seiner jugendlichen Stimme zwischen cleanen Vocals und kratzigerem Gesang den Rest erledigt.

Amoral haben sich mit ihrem neuen Album deutlich vom Kurs der älteren Alben entfernt und es scheint man hat seine komplette Ausrichtung geändert. Fans der ersten Werke sollten vor dem Kauf von 'Show your Colors' sicherheitshalber lieber zweimal in das Album reinhören. Wer sich allerdings an Bands wie Nightwish, Sturm und Drang oder Thunderstone seinen Spaß hat, der wird auch mit dem neuen Amoral Werk auf seine Kosten kommen.



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