AyreonThe Human Equation>> Mehr Material zur Band

CD 1:
01. Vigil
02. Isolation
03. Pain
04. Mystery
05. Voices
06. Childhood
07. Hope
08. School
09. Playground
10. Memories
11. Love

CD 2:
12. Trauma
13. Sign
14. Pride
15. Betrayal
16. Loser
17. Accident?
18. Realization
19. Disclosure
20. Confrontation
Arjen Lucassen hat unter dem Ayreon – Banner schon einige zeitlose Klassiker geschrieben, Highlight ist dabei für die meisten Fans das ‘98er Album „Into the electric castle“. Im Mai letzten Jahres begannen die Arbeiten am mittlerweile sechsten Ayreon – Werk, das in diesen Tagen unter dem Namen „The human equation“ als Doppel-CD das Licht der Welt erblickt.

Das ganze ist mal wieder ein Rock – Musical erster Klasse geworden, also wie gewohnt ein Album mit durchgehender Geschichte. Dabei ist die eigentliche Handlung der Story, die mit menschlichen Auge beobachtet werden könnte, eher kurz gehalten: ein Mann wird als Fahrer seines PKW in einen Alleinunfall verwickelt, indem er unerklärlicherweise (auf offener Straße, bei Tageslicht und ohne Anwesenheit eines anderen Verkehrsteilnehmers) von der Straße abkommt und gegen einen Baum fährt. Er fällt ins Koma und verbleibt lange Zeit in diesem Zustand im Krankenhaus, wo er von seiner Frau und seinem besten Freund, die an seinem Bett sitzen, ‚behütet‘ wird - während sich die Ärzte aufgrund seines guten körperlichen Zustandes nicht erklären können, warum er nicht wieder aus dem Koma erwacht. Während dieser Zeit im Koma (und das ist logischerweise die hauptsächliche Geschichte des Albums) treffen seine Emotionen im Kopf des Mannes aufeinander und reflektieren sein bisheriges Leben.

Diese verschiedenen Emotionen werden großartig dargestellt von diversen (wie auf „Into the electric castle“ durchgängig auftretenden) Gastsängern / -innen, wobei Arjen Wert darauf gelegt hat, dass ausnahmslos Stimmen zum Zuge kommen, die noch auf keinem der bisherigen Ayreon – Alben vertreten waren. So sind diesmal zu hören: James LaBrie (Dream Theater), Mikael Akerfeldt (Opeth), Eric Clayton (Saviour Machine), ), Magnus Ekwall (The Quill), Devon Graves (Dead Soul Tribe), Mike Baker (Shadow Gallery), Devin Townsend und Arjen Lucasson selbst, sowie von weiblicher Seite Heather Findlay (Mostly Autumn), Irene Jansen (Karma) und Marcela Bovio (Elfonia).

Für die Kompositionen, den Grundstock der eingespielten Instrumente und den Mix / die Produktion (im „The Electric Castle“) zeichnet natürlich Lucassen persönlich verantwortlich. Unterstützt wurde er einmal mehr von Ed Warby (ex-Orphanage, ex-Gorefest, ex-Elegy) an den Drums. Desweiteren kommen zahlreiche Flöten und Streicher zum Zuge.

Bezüglich der Musik prophezeit Lucassen, das Album trage den Hörer von einem Extrem ins nächste, wobei die Extreme noch mehr ausgelotet worden seien, als auf vergangenen Veröffentlichungen. Dabei kann man dem Mann durchaus Recht geben. Nicht selten wird ein warm klingender Keyboard / Synthesizer / Hammondorgel – Teppich ausgerollt, auf dem die dargestellten Emotionen daherschreiten können, akustische Parts treffen auf brettharte Metal – Riffs (zumeist Death Metal - mäßig, teilweise auch leicht Gothic Metal - angehaucht), relaxte Parts, wunderschöne Melodien, Folklore, progressive Elemente, große Spannungsbögen und Dynamik... das Album ist mit all seiner Detailverliebtheit und Vielseitigkeit kaum zu erfassen, geschweige denn zu beschreiben.

„The human equation“ wird gleich in drei verschiedenen Versionen erscheinen: als normale Doppel-CD im Jewelcase, als ‚Limited Edition 2CD + DVD Deluxe Book Set‘ und als ‚Special Edition 2CD + DVD Box Set‘. Da wird sicherlich für jeden Geschmack (und jeden Geldbeutel natürlich – Saturn Wuppertal bspw. verlangt für die ‚Special Edition‘ schlappe 26,99 €(!) und für die ‚Limited Edition‘ sagenhafte 32,99(!!!)) etwas dabei sein.

Dabei ist die insgesamt knapp 65½minütige Bonus-DVD durchaus lohnenswert, enthält sie doch im Kern ein dreiviertelstündiges ‚Making of‘, bei dem sich Arjen Lucassen nicht nur als bemerkenswert großgewachsen, sondern auch als sehr humorvoll und sympathisch erweist. Desweiteren enthält die DVD die Kapitel ‚The concept‘, ‚The story‘, ‚Ed Warby’s drums‘, ‚Videoclip of „Day 11: Love“‘ und ‚Teaser‘.

„The human equation“ wird höchstwahrscheinlich nicht am Thron von „Into the electric castle“ rütteln können, obwohl mir persönlich die deutlich härtere Ausrichtung des neuen Werkes sehr gut gefällt. Arjen Lucassen hat jedoch somit mit „The human equation“ immerhin das zweitbeste Ayreon – Album nach „Into the electric castle“ veröffentlicht, eine Doppel-CD, die regelrecht süchtig macht. Nehmt Euch Zeit, setzt Euch Kopfhörer auf und taucht ein in die Welt Ayreon’s – Ihr werdet mit Sicherheit für knapp 102 ½ Minuten den Alltag um Euch herum vergessen und einen maximalen ‚Erholungs – Faktor‘ erreichen!

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