ObituaryFrozen In Time>> Mehr Material zur Band

01. Redneck Stomp
02. On The Floor
03. Insane
04. Blindsided
05. Back Inside
06. Mindset
07. Stand Alone
08. Slow Death
09. Denied
10. Lockjaw
„Frozen in time“, so lautet der Titel des neuen Obituary – Silberlings, der sich nach jahrelanger Abstinenz der Band nun auf den Plattenmarkt geschlichen hat. Schon alleine diese drei Worte sprechen Bände, erinnern sie doch an irgendwelche Science Fiction – Streifen, in denen die Hauptakteure in einer Gegenwart eingefroren und in einer Zukunft wieder aufgetaut werden. Diese Form der Konservierung muss auch mit den Herren John Tardy (v.), Trevor Peres (g.), Allen West (g.), Frank Watkins (b.) und Donald Tardy (d.) vollzogen worden sein, wie sonst könnte die Begründung dafür lauten, dass die insgesamt zehn neuen Obituary – Songs einfach so klingen wie immer!?

Etwas differenzierter sollte man das ganze allerdings schon betrachten, denn wenn man ehrlich ist, schließt das neue Material zwar nahtlos an „World demise“ oder „Back from the dead“ an, erreicht aber insgesamt nicht das Level, welches der ‚wahre’ Old School – Fan erwartet, nämlich das von Scheiben wie „Slowly we rot“ und „Cause of death“. Ganz zu Schweigen von den Six Feet Under – Platten „Haunted“ und „Warpath“. Doch für alles gibt es eine logische Erklärung: Der Grund liegt wahrscheinlich darin, dass eher groovige, tragende Riffs im Vordergrund stehen und das Tempo eher selten angezogen wird, was wiederum auf Sänger John Tardy zurückzuführen ist, der ja nicht wirklich schnell und aggressiv singen kann, sondern eher wüst röchelnd irgendwelche Worte auskotzt. Kein Wunder also, dass sich beispielsweise „Insane“ als einer der schnelleren Nummern, die z.B. an SFUs „The enemy inside“ oder „Suffering in ecstasy“ bzw. Obituary‘s „Dying“ erinnert, ziemlich schnell als der überragende Track herauskristallisiert. Der zweite Anspieltipp ist „Black inside“, der aufgrund des eingängigen Gitarrenriffs und des Refrains sofort im Ohr hängen bleibt. „Lockjaw“ ist für mich hingegen ein totaler Ausfall – ärgerlich, dass das Ende dieser Komposition nicht der Anfang einer anderen geworden ist, denn zum Schluss blitzt tatsächlich noch ein ziemlich geiler Part auf. Trotz aller Kritik kann man keinesfalls meckern, schließlich sind Obituary nicht Six Feet Under, Lowbrow oder wer auch immer, sondern einfach sie selber und Maßstäbe werden bekanntlich immer individuell festgesetzt, je nach dem, welches Album man von einer Band am besten findet. Daran darf man sie dann aber nicht messen. Fakt ist, dass die Jungs aus Florida ein lupenreines Death Metal – Scheibchen hingelegt haben, das genreüblich auch lediglich 35 Minuten Spielzeit aufweist und vom Sound her einwandfrei produziert wurde. In der heutigen Zeit, in der es in der Musik viel um Veränderungen, Anpassung und Experimente geht, bin ich persönlich froh, dass eine Kultband daher kommt, deren CD man sich kaufen kann ohne sie vorher hören zu müssen, weil man ganz einfach weiß, was einen erwartet! Außerdem habe ich insgesamt das Gefühl, die guten alten Zeiten mit den Helden der 80er, 90er Jahre werden immer mehr verdrängt durch merkwürdige Auswüchse und seltsame Trends. An dieser Stelle meine Bitte: Ich will Death-, ich will Thrash Metal – Rohe Musik, die Dir in den Arsch tritt! Fazit: Wer auch etwas eingestaubt ist (…und so alt bin ich ja nun auch wieder nicht…), wird an „Frozen in time“ sicher seine Freude haben!

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