OverkillRELIXIV>> Mehr Material zur Band

1. Within your eyes
2. Love
3. Loaded rack
4. Bats in the belfry
5. A pound of flesh
6. Keeper
7. Wheelz
8. The mark
9. Play the ace
10. Old school
Ich könnte diese CD – Kritik mit einer seitenlangen Huldigung an eine meiner absoluten Lieblingsbands beginnen, von der ich ausnahmslos alle Longplayer besitze, doch das möchte ich dem geneigten Leser dann doch lieber ersparen (Danke! – Defroster). Fakt ist, dass Overkill eine der dienstältesten Bands im (Thrash) Metal – Sektor sind und auf eine nunmehr 24jährige Karriere zurückblicken können, die so manchen Metal – Klassiker mit sich gebracht hat. Dabei sind sich die New Yorker, die erstaunlich schnell einen unverwechselbaren Stil und Sound entwickelt hatten, jederzeit treu geblieben. Rückschläge gab es reichlich, Besetzungswechsel ebenfalls (von den Gründungsmitgliedern sind nur noch die beiden Bandköpfe, Sänger Bobby „Blitz“ Ellsworth und Bassist D.D. Verni, übrig geblieben), trotzdem ließ sich die Band niemals verbiegen und ging konsequent ihren eigenen Weg. Auch heute noch veröffentlicht der Fünfer qualitativ hochwertige Alben und spielt die meisten anderen Bands im Thrash Metal – Bereich locker an die Wand – und das kann nicht jeder ‚Dinosaurier‘ von sich behaupten!

Overkill machen es ihren Fans seit „Killbox 13“ (2003) leicht, die Anzahl ihrer Studioalben bereits am Titel des jeweils aktuellen Werkes zu erkennen. Wer genau hinschaut, der wird feststellen, dass es sich bei „RELIXIV“ nur um das 14. Studioalbum handeln kann. Der Vorgänger hatte überall gute bis sehr gute Kritiken einfahren können, was ich persönlich nicht nachvollziehen konnte, da mich das Album leider nicht sonderlich überzeugt hat, aber wie so oft gilt natürlich: die Geschmäcker sind halt verschieden. Für „RELIXIV“ waren im Vorfeld keine Veränderungen zu vermelden, d.h. die Scheibe wurde von der gleichen Mannschaft (Bobby „Blitz“ Ellsworth (v.), D.D. Verni (b.), Dave Linsk (g.), Derek Tailer (g.) und Tim Mallare (d.)) eingespielt, die auch auf „Killbox 13“ zu hören war, wobei das Duo Ellsworth / Verni natürlich wiederum die musikalischen Fäden selbst in der Hand hielt und für das komplette Songwriting verantwortlich zeichnet.

Ich bin ganz ehrlich: als das schleppende, zu Beginn sogar leicht Black Sabbath – angehauchte und ein wenig untypische „Within your eyes“ sowie das sperrige und eher moderne „Love“ verklungen waren, hatte ich erste Angstschweißperlen auf der Stirn. Sollte „RELIXIV“ wirklich eine Enttäuschung werden? Doch schon die typische Overkill – Keule „Loaded rack“ schafft es, den imaginären Schalter in meinem Geschmackszentrum auf eine neutrale Position zu stellen und mit der zukünftigen Live-Hymne „Bats in the belfry“ wird er endgültig in die richtige Position umgelegt („Schalter“, „stellen“, „richtige Position“!? Sprich: Dir geht einer ab!? – Defroster). Und das beste soll tatsächlich noch folgen: „A pound of flesh“ ist eine richtig geile Speed – Abrissbirne, die sogar ganz alte Zeiten („Feel the fire“) aufleben lässt! „Keeper“ stellt sich als aggressive Midtempo – Nummer mit Stakkato – Riffing und Killer – Groove dar, in der aber auch das Tempo einige Male variiert wird. Ebenfalls sehr stark! Mit „Wheels“ folgt ein weiterer Midtempo – Stampfer, der allerdings weitaus melodischer angelegt ist als „Keeper“. Bei „The mark 2:14“ wird das Tempo wieder angezogen und Overkill – typisch variiert. Erneut ein klasse Song! „Play the ace“ ist wiederum ein Stampfer, der mich irgendwie an die „The killing kind“ / „From the underground and below“ – Phase erinnert, der des weiteren mit einem Mitgröhl – Refrain ausgestattet ist und gegen Ende noch einmal an Fahrt aufnimmt. Etwas ganz besonderes hat sich die Band aber für den Schluß aufbewahrt: „Old school“ ist ein rotziger Fun – Song mit Punk – Attitüde, der aber keinesfalls albern wirkt, sondern im Gegenteil mit Sicherheit zu einem (weiteren) Live – Killer mutieren wird. Ein herrlicher, sternhagelvoll mitgröhlbarer Refrain, der gegen Ende eines Overkill – Konzertes noch einmal die letzten Reserven aus den Zuschauern herauskitzeln könnte.

Nach den eher durchschnittlichen ersten beiden Songs mutiert „RELIXIV“ meiner Meinung nach zum besten Overkill – Album seit langem und übertrifft für mich auch den von den meisten so hochgelobten Vorgänger „Killbox 13“. Ähnlich wie mit den einzelnen Tracks verhält es sich übrigens auch mit der Produktion: zu Beginn fand ich sie eher gewöhnungsbedürftig, allerdings wächst sie mit jedem Durchlauf und alsbald lernt man den Sound, der wesentlich erdiger daherkommt als zuletzt, zu schätzen. Da auch das Artwork eines der besten der Bandgeschichte ist, ist „RELIXIV“ für mich eine absolut runde Sache und ein weiterer Killer in der Diskographie der New Yorker Thrash – Institution. Jeder Overkill – Fan wird sicherlich seine ganz persönlichen Lieblingsscheiben haben, meine persönlichen Favoriten liegen in der Zeit von 1989 („The years of decay“) bis 1994 („W.F.O.“). Doch dahinter hat sich „RELIXIV“ in meiner ganz persönlichen Overkill – Ranglist einen absoluten Spitzenplatz erarbeitet!

ShamRock

Impressum