After ForeverEmail-Interview 14.05.04>> Mehr Material zur Band
Da ich es leider verpasst habe After Forever auf Tour zu sprechen, nutzte ich die Chance meine Fragen per Email beantwortet zu bekommen. Es dauert auch kaum einen halben Tag und ich hatte meine Fragen von Sandor wieder zugeschickt bekommen. Das nen ich mal zügig. Kurze Zeit später trudelten dann auch noch mal ne Mail von Floor bei mir ein.


Wie war den eure Tour? Hat alles funktioniert? Gab es irgendwelche Highlights oder schlechten Tage?

Sanders:Die Tour lief sehr gut, unsere Supportband Flowing Tears waren fantastisch, die Atmosphäre ausgezeichnet. Die Auftrittsorte waren leider nicht immer gut aber die Besucher waren trotz allem sehr enthusiastisch!! Schlechte Tage haben wir überhaupt keine gehabt.

Floor: Die Tour war großartig! Es war die erste Headlinertour die wir in Deutschland gespielt haben und ich glaube es war sehr gut. Es gab zwar einige Unterschiede zwischen den Auftrittsorten, aber die Leute waren jedes Mal erstklassig.

Wie waren denn die Reaktionen der Fans auf das neue Material?

Sanders: Viele der Fans kannten das Material noch nicht, da die Scheibe ja noch nicht so lange raus ist, deswegen haben sie mehr zugehört als gebangt im Gegensatz zu den alten Songs. Alles in allem waren die Reaktionen aber sehr possitiv. Ich habe aber nur Komplimente über das neue Material bekommen, das Motiviert mich immer.

Floor: Die Deutschen Zuschauer.haben unser neues Material sogar mehr genossen als die alten Sachen.

Die Reaktionen der Presse auf das neue Album war sehr gut. Wie war das bei den Fans? Waren die Reaktionen da genauso gut?

Sanders: Jup!

Floor: Ja! Wie schon gesagt, sie haben die neuen Sachen sogar noch mehr gemocht.

'Invisibly Circles' ist euer erstes Konzeptalbum gewesen. War es schwierig für euch das Material zu schreiben? Was was die besondere Herausforderung für euch?

Sanders: Na ja, am Anfang war es recht schwer die Basics zu schreiben und die Songs in Themen einzuordnen, was Floor nachher gemacht hat. Danach ging es wie von alleine und die ganze Band war beteiligt und voll dabei. Wir haben genau gewußt welche Atmosphäre wir vermitteln wollten. Die eigentliche Schwierigkeit bestand dann darin, dass ganze nicht zu kompliziert zu machen und sicher zu stellen, dass die Songs auch für sich noch stark sind.

Floor: Es ist eine ganz andere Art Songs zu schreiben. In einigen Aspekten ist es viel schwerer, in anderen allerdings um einiges leichter. Bei ‚Invisible Cicles' war es das erste mal, dass wie die Story schon vor der Musik fertig hatten, so dass die Musik dann zu denn Texten passen musste. Das schöne an einem Konzeptalbum ist natürlich das du auch ein Thema in der Musik hast, was du auf verschiedenste Arten verwenden kannst. Du kannst die verschiedenen Parts in verschiedener Form wiederkehren lassen. Alles in allem war es eine große Herausforderung für uns, aber wir haben es sehr genossen und sind sehr stolz auf das Resultat.

Können wir denn jetzt häufiger Konzeptalben von euch erwarten?

Sanders: Vielleicht, wir werden sehen. Wir haben es sehr genossen das Album zu schreiben und es macht das Album immer zu etwas besonderes, aber es ist nicht sicher ob wir sowas noch mal machen werden.

Floor: Vielleicht. Es ist nichts, was wir weiterhin machen warden, da es kein typisches After Forever Ding ist. Es hat halt zu dem Album gepasst.

Worum geht es denn? Kannst du mir eine kurze zusammenfassung geben?

Sanders: Es geht um ein Mädchen das mit Eltern aufwächst die sich nur für ihre Karriere interessieren und sich nicht um das Kind kümmern. Das Kind findet sich in einer einsamen Welt wieder. Der Rest der Story ist schwer zu erklären in ein paar Worten. Ich denke die Leute sollten sich das Album einfach mal anhören um herauszufinden worum es geht. Ich glaube das macht mehr Spaß.

Floor: Das Konzept beruht auf einer sehr aktuellen sozialen Situation. Es erzählt von einer unglückllichen Familie in unserer heutigen modernen Welt. Beide Eltern sind berufstätig und sehen ihre Kinder mehr als eine Belastung als etwas das man liebt. Wir verfolgen diese Geschichte durch die Augen des Kindes. Der erste Song beginnt für den Hörer schon in der Mitte der Handlungen und man wird mit den schrecklichen Fantasien des Kindes den Eltern, vor allem dem Vater, entgegen konfrontiert. Das Kind hasst seine Eltern und will sie loswerden, wie in einem Computerspiel.
Der nächste Song handelt von der Zeit bevor das Kind geboren worden ist. Wir treffen die Eltern und sehen wie sie ihr Leben gelebt haben und welche Ziele sie sich gesteckt haben, bevor die Mutter schwanger wurde (sie wollten das Kind nie).
Die Geschichte nimmt ihren Lauf. Das Kind kommt und ruiniert das Leben der Eltern. Besonders die Mutter fühlt sich als hätte sie alles verloren, was die einmal gehabt hat. Der Vater will seine Arbeit nicht aufgeben, sonder zwingt die Mutter zuhause zu bleiben und selbst als das Kind älter ist und die Mutter wieder arbeiten geht, übernimmt er immer noch keine Verantwortung. Das Kind wächst in einer gefühlskalten Atmosphäre auf und erschafft sich ihre eigene Fantasiewelt in der sie vor der Realität flüchten kann.
Wir sehen die Welt durch die Augen des Kindes, wie im Grossteil der Geschichte. Wir haben versucht die Gedanken der anderen Charaktere auch herauszustellen um einen Eindruck der Situation zu vermitteln. In dieser Situation befinden sich viele Familien aufgrund des gesellschaftlichen Situation. Frauen wollen auf der einen Seite Kinder bekommen, aber auch arbeiten. Diese Kombination ist nicht immer die Beste und so wachsen viele Kinder ohne die Geborgenheit ihrer Eltern auf. Wir glauben, dass viele der heutigen Probleme daher rühren, da viele Kinder mehr in der Welt der Computerspiele, des Fernsehens und dem Internet stecken als in der Realen Welt. Das ist, kurz gesagt die Basis hinter der Story)
Die Fantasiewelt, die sich die Kleine aufgebaut hat, beruht zum größten Teil auf dem Internet. Sie liebt Computerspiele, deshalb weis sie über Gewalt so viel (Sie will ihre Eltern in die Luft jagen, wie in dem Computerspiel, das schon im ersten Song vorkommt). Sie verbringt die meiste Zeit vor dem Computer, anstatt mit Freunden aus der Schule. Mit diesen kann sie nämlich nicht umgehen, da sie soziale Interaktion nie zuhause gelernt hat. In der Schule halten sie alle für einen Freak und hänseln sie die ganze Zeit. Die Sticheleien werden immer schlimmer und der Stress zu hause nimmt im gleichen Maße mir zu. Ihr Vater wird immer brutaler und ihre Mutter arbeitet immer mehr, so dass sie auch immer weiter in ihre Traumwelt flüchtet.
Dann betritt die Großmutter des Kindes das Geschehen. Sie verkörpert diejenige, die den Teufelskreis in dem sich die Familie befindet, brechen kann. Sie scheint die Mutter des Vaters zu sein. Sie weißt sie Eltern darauf hin, dass sie auch damals viele Fehler gemacht hat und das Gleiche passiert hier wieder. Sie zeigt auf das Kind und macht den Eltern klar, dass das Kind das einzige Opfer ist. Dies öffnet dem Kind die Augen und sie sieht das alles aus einem ganz anderen Blickwinkel, da sie nie gedacht hätte, dass der Vater die gleichen Probleme in seiner Jugend gehabt hat. Dies könnte ein Durchbruch sein. Im wahren Leben geschieht es häufig, dass sich solche Geschichten von Generation zu Generation fortsetzten bis irgendetwas oder irgendwer was tut, damit die Parteien sehen, wie es den anderen geht.
Nach dem Song in dem die Großmutter aufgetaucht ist, kommt ein sehr hektischer Song in dem all die alten und neuen Gedanken an dem Kind vorbei ziehen. Dies ist der wichtigste Moment, der Moment in dem sich alles ändern könnte…
Der letzte Song erzählt von der Zukunft. Das kleine Mädchen ist inzwischen selber Mutter, aber die Worte der Großmutter haben nicht geholfen den Teufelskreis zu durchbrechen. Sie macht wieder die gleichen Fehler.
Die ganze Geschichte ist ein Teufelskreis, dass ist sehr wichtig, da dass eine der Hauptaussagen ist. Während aller Songs verurteilen wir niemanden oder irgendwelche Situationen. Das einzige was wir den Leuten vor Augen führen wollen, ist dass das die Situation ist und das man immer noch was tun kann! Es liegt an euch!


Warum habt ihr euch für dieses Thema entschieden? Wie habt ihr euch mit dem Material auseinander gesetzt?

Sanders: Ich bin Lehrer und ich sehe viele Kinder die Probleme haben aufgrund mangelnder Aufmerksamkeit der Eltern. Dieses Problem wird größer und größer, deswegen wollen wir darauf aufmerksam machen.

Floor: Wir haben diese Story gewählt, da Sander als Lehrer arbeitet. Er sieht Kinder in ähnlichen Situation jeden Tag wieder. Er redet sehr viel davon und nach einer Zeit war klar, dass dies unser Konzept werden würde. Ich bin sehr froh darüber, dass die Story nichts Autobiographisches von keinem der Band hat. Es ist alles fiktiv, allerdings auf realen Geschichten aufgebaut.

Die Songs des Albums sind härter und schnelles als die des letzten Albums, vor allem die Tatsache, dass ihr einen weiteren Sänger mit dabei hat macht das Ganze strukturierter. Habt ihr das geplant oder hat sich das Alles in Lauge der Zeit entwickelt?

Sanders: Danke Schön!
Natürlich war das Ganze geplant. Aber es hat sich alles so natürlich entwickelt, wie ich es kaum zu träumen gewagt hätte. Ich denke wir haben in den letzten Jahren viel gelernt, was wir beim Schreiben von 'Invisible Circles' anwenden konnten.


Floor: Das lag alles in unserer Absicht, da wir das Album mit bestimmten Intentionen geschrieben haben. Wie die Dinge dann letzten Endes ausschauen, das ist natürlich nicht klar. Wir wussten, dass wie mehr Struktur in unseren Songs wollten, aber das die Songs immer noch After forever verkörpern.

Wie schreibt ihr denn generell eure Songs? Schreibt ihr zusammen oder gibt es da bestimmte Hauptsongwriter bei euch?

Sanders: Meistens schreibe ich die Basics und wir arbeiten das Ganze dann als Band zusammen aus. Bei den Gesangsmelodien ist das anders. Die schreibt Floor alleine.

Floor: Wir schreiben die Songs alle zusammen, obwohl Sander als Maschine hinter all dem steht. Er ist derjenige, der mit den meisten Parts kommt. Dann spielen wir seine Stücke zusammen und ändern vielleicht das ein oder andere und machen es zu einem Bandsong. Ich schreibe meine eigenen Gesangsparts, die Gesangsparts für Bas, die Grunts und die Chöre. Sander ist auch derjenige der den Songs die Struktur gibt. Also könnte man sagen, wir schreiben unsere Songs als Band unter der Aufsicht von Sander.

Wo siehst du denn die Hautunterschiede zwischen ‘Invisible Circles’ und ‘Decipher’?

Sanders: ‘Invisible Circles’ ist Kompromissloser. Es zeigt ganz klar den Unterschied zwischen uns und all den anderen Gothikbands und beweißt unseren Stellenwert im Metal ohne dabei die Klassischen Elemente zu verlieren. Wir haben unseren Stil in diesem Album gefunden, während wir bei 'Decipher' noch auf der Suche waren.

Floor: Die Songs und der Sound ist härter geworden, die Songs sind besser strukturiert, da ist einfach mehr Platz für die Instrumente und den Gesang. Der Sound ist einfach viel reifer als auf ‚Decipher'.

Das Album ist immer noch sehr neu, selbst für euch. Wenn du jetzt allerdings einmal das Werk reflektierst, hast du irgendwelche Kritik?

Sanders: Für mich ist das Album das geworden, war ich mir erhofft habe. Der Sound ist sehr gut, die Songs sind Spannend und du hörst wirklich das Essentielle der Band. Allerdings ist das Album sehr kompiliziert ausgefallen. Vielleicht wird das Nächste einfacher zum hören.

Floor: 'Invisible Circles' ist überall auf der Welt sehr sehr gut angenommen worden. Das Album ist, laut der Leute, das Beste was wir je geschrieben haben. Diese Resonanz haben wir auch aus Deutschland und unsere Musik wird gekauft. Süd Amerika läuft auch besser als jemals zuvor und so ist es auch mit dem Rest von Europa. Unglaublich!

Was glaubst du könnt ihr mit diesem Album erreichen? Könnt ihr an Größen wie Nightwish oder Within Temptation heran kommen?

Sanders: Mmh, das ist schwer zu sagen. Ich glaube nicht, dass 'Invisible Circels' ein kommerzielles Album geworden ist, aber wir können unseren Status in der Metalwelt verfestigen. Na ja, solange wir Musik machen können bin ich glücklich!

Floor: Das wäre fantastisch, aber ich glaube unsere Musik ist komplexer und härter als bei den anderen Bands.

Was steht denn nach der Tour an? Was ist für diesen Sommer geplant?

Sanders: Wir spielen einiges an Sommerfestivals in Deutschland (incl. Wacken Open Air, Gothic Wave Treffen). Ich glaube ich kann mich da nicht beschweren.

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